40 Jahre Begegnungs- und Bildungszentrum Eckstein, Baar

„Es ist absolut passend, dass das Begegnungs- und Bildungszentrum Eckstein auf dem Weg zum Paradies liegt“ sagte Johannes Schleicher  von der KAGEB an der Jubiläumsveranstaltung, denn „wenn man mit dem Bus hierher fährt heissen die Busstationen am Weg: Kreuzplatz, Oberdorf, Brauerei, Paradies.“

Rund 400 Gäste haben am vergangenen Samstag diesen Weg genommen und den 40. Geburtstag des Zentrums (BBZ) mitgefeiert. Für den offiziellen Festakt war der grosse Saal bis auf den letzten Platz besetzt. Auch Gäste aus der französischen und italienischen Schweiz waren gekommen, für sie wurden die Beiträge simultan übersetzt. Unter den offiziellen Gästen befanden sich der Baarer Gemeinderat Hans Steinmann, Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard, Kantonsratspräsident Moritz Schmid und Johannes Schleicher, Vorstandsmitglied der KAGEB (Katholische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in der Schweiz und Lichtenstein), sowie Pfarrerin Vroni Stähli und Pfarrer Anthony Chukwu.

Das Festprogramm begann mit einem historischen Überblick über die Entwicklung des Zentrums. Helmut Sievers, Co-Verantwortlicher für die Fokolar-Bewegung in den 70er Jahren, berichtete von den Anfängen des Zentrums in Baar: Wie 1976 das ehemalige Mädchenhaus der Spinnerei Baar mit der Zustimmung und grosszügiger finanzieller Unterstützung der Mitglieder und Freunde der Fokolar-Bewegung gekauft wurde. Und von der Bereitschaft der damaligen Direktion der Spinnerei an der Lorze, die Fokolare als Verhandlungspartner ernst zu nehmen. Nach der Sanierung des Gebäudekomplexes konnte der Betrieb dank vieler kleiner Spenden schuldenfrei gestartet werden und es begann der Alltag mit Treffen vieler verschiedener Gruppierungen, von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen bis zu Politikern, Wirtschaftsfachleuten, Pädagogen und Medizinern zur Förderung des Dialogs auf allen Ebenen.

Annemarie Seeberger, die das Zentrum über 30 Jahre leitete, sowie auch Brigitte Stutz berichteten als Zeitzeugen über viele wichtige Ereignisse, die in all diesen Jahren stattfanden. In den 90er Jahren entstand die kleine Siedlung „Eckstein“ der Fokolar-Bewegung mit Kleinbetrieben und den beiden Häusern auf dem angrenzenden Grundstück.

Gertraud Wachmann, aktuelle Zentrumsleiterin, betonte schliesslich, dass das ursprüngliche Ziel des Hauses immer noch aktuell ist: „als Knotenpunkt von Begegnungen die geistige Präsenz von Christus ausstrahlen, offenes Herz für einen fruchtbaren und inspirierenden Dialog sein“. Räume und Zimmer werden nun auch für externe Gruppen und Einzelgäste zur Verfügung gestellt. „Das Zentrum hat sich von einem Tagungszentrum der Fokolar-Bewegung zu einer Begegnungsstätte für jedermann gewandelt“, so Wachmann, „wir sehen unsere Aufgabe darin, dass diese Menschen beschenkt und erfüllt wieder weggehen. So können wir mit jeder Begegnung an der geeinten Welt weiterbauen.“

Gemeinderat Hans Steinmann gratulierte zum 40. Geburtstag und freute sich, dass im BBZ seit 40 Jahren jeden Tag Brücken zwischen Menschen gebaut werden. Regierungsrätin Manuela Weichelt-Picard hob hervor, dass das BBZ im Stillen und eher unauffällig wirke und einen Beitrag zur gegenseitigen Verständigung und einem friedlichen Miteinander leiste.

Johannes Schleicher von der KAGEB ermunterte mit einem Zitat von Thomas Morus: „Tradition ist nicht das Hüten der Asche, sondern das Weitergeben des Feuers.“

Mit einem Gebet und dem Segen von Pfarrerin Vroni Stähli wurde der Festakt abgeschlossen.

Im Anschluss konnten sich die Gäste mit Schweizer Spezialitäten verpflegen. In regen Gesprächen zwischen Fokolaren und interessierten Menschen, Nachbarn aus Baar und Umgebung tauschte man sich über frühere Begegnungen und Ereignisse aus. Das Angebot an geführten Rundgängen durch das Haus fand grossen Anklang, die Bandbreite der Informationen reichte von Details über die technischen Möglichkeiten bis zu Antworten auf Fragen zur Fokolar-Bewegung. Der ganze Tag war für die zahlreichen Teilnehmer offenbar eine willkommene Gelegenheit, dieses Haus „auf dem Weg zum Paradies“ kennenzulernen.

 

Autorin: Bernadette Haas

Fotos: Karl Weber